Daten, Informationen und Wissen | www.iBusiness-Intelligence.org

2.4.2. Daten, Informationen und Wissen

Um den Zusammenhang der Begriffe „Daten“ und “Information“ zu verstehen, eignet es sich, dabei von deren Ursprung, den Zeichen, auszugehen.

Zeichen werden in der Wissenschaft der Semiotik behandelt, welche sich mit allen Arten von Zeichensystemen befasst. Die Semiotik ist «die allgemeine Theorie vom Wesen, der Entstehung (Seriöse) und dem Gebrauch von Zeichen» (Wikipedia, Semiotik) und ein Teilgebiet u. a. der Sprachphilosophie und der Sprachwissenschaft (vgl. Wikipedia, Semiotik). Zeichen sind in der Sprache deren Grundelemente, welche voneinander unterscheidbar sind und welchen «eine Bedeutung zugesprochen wird; ein sprachliches Zeichen als Grundelement eines Kommunikationssystems» (Wikipedia, Zeichen). Die Sprache definiert, wie einzelne Zeichen aufgrund vorgegebener Regeln zusammengesetzt werden (Syntax). Dabei entstehen Wörter und Zahlen, welche einzeln oder in Kombination Daten darstellen. Daten haben somit immer eine Bedeutung, jedoch noch keine (zwingende) Zweckbestimmung.

Eine Information hat im Gegensatz zu Daten immer eine kontextabhängige Bedeutung (Semantik); eine Zweckbestimmung, Eine Information wird zusammengesetzt aus einer Kombination von Angaben. Die Angaben, in Form von Daten, stellen «handlungsbestimmtes Wissen über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Zustände der Wirklichkeit und Vorgänge in der Wirklichkeit» (Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 9) dar. Eine Information entspricht somit einer Fragestellung ohne übergeordneten Begründungszusammenhang und beinhaltet nur einzelne Aspekte eines Themenbereichs.

Wird der übergeordnete Begründungszusammenhang miteinbezogen (Pragmatik), entspricht dies dem Wissen. Wissen bildet somit die höchste Ebene der hierarchischen Anordnung der Begriffe ab und wird darum von Probst als die «Gesamtheit der Erkenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen» (Probst, Raub, & Romhardt, 2010, S. 23 zitiert in Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 143) bezeichnet.

Schematische Darstellung der Voraussetzungen für die Speicherbarkeit von Wissen aus Kemper, Baars, & Mehanna, 2010
Abbildung 12:«Abgrenzung des Wissensbegriffs»16

Wissen setzt sich also aus Informationen zusammen und eine Information kann (auch) als Teil des Wissens interpretiert werden (vgl. Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 9). Eine Information ist jedoch nicht als Zeichenkombination (Daten) zu sehen, welche als Träger fungieren, sondern als geistiges Eigentum (vgl. Lehner, 2012, S. 11 in Einbezug von Schulz, 1970). Schulz definiert deshalb «Information als etwas, das selbst zum Objekt der Leistungserstellung und damit zum Elementarfaktor im Sinn Gutenbergs wird» (Ebd. S. 11 in Einbezug Schulz, 1970). «Nach dieser Sichtweise erweist sich allerdings die vorgenommene Klassifizierung betrieblicher Leistungen in Sachleistungen und Dienstleistungen als unzweckmässig.» (Ebd. S. 11 in Einbezug von Gutenberg, 1983 und Schulz, 1970). «Abstrahiert man jedoch von dieser Unterscheidung nach materiellen und immateriellen Charakter, so ist es durchaus vorstellbar, Informationen als Werkstoff zu betrachten.» (Ebd. S. 11). Die Daten dafür stellen demzufolge den (Grund-) Stoff, oder die «materielle Repräsentation der Information» (Ebd. S. 11) dar.

Daten, insbesondere heute Computerdaten, sind neben dem Menschen der wichtigste Stoff im Unternehmen für betriebliche Leistung. Da Daten zwar eine Bedeutung, jedoch keine zwingende Zweckbestimmung haben, sind diese auch nicht immer zwecknützlich oder gar zweckgerichtet. Daten alleine sind im betrieblichen Kontext nicht bewertet für eine oder deren Zwecknützlichkeit. Somit trifft Franz Lehners Feststellung zu (Lehner, 2012, S. 12):

«Daten allein sind keine Garantie für Erfolg, es kommt darauf an, was man daraus macht!»

Dies sowie auch die Unterscheidung zwischen Daten und Information, kann anhand eines alltäglichen, einfachen Beispiels verdeutlicht werden: Die Wettervorhersage und dabei die Temperaturprognose für den nächsten Tag. 16.08.2013 - 24 ° | 10 °. Diese Angaben werden zur Information, wenn sie für den Empfänger relevant sind. Die Angaben können z. B. die Grundlage für einen Entscheid über mögliche Tätigkeiten oder über die Auswahl der Kleidung für den nächsten Tag sein. Sind die Angaben für den Empfänger nicht relevant, so ist dies nur eine Kombination aus Daten; die Angabe eines Kalenderdatums (Zeitliche Messgrösse17) und die Angaben der max. und min. Temperatur in Grad Celsius (Physikalische Messgrösse). Daten beschreiben somit einen Zustand oder wie dieses Beispiel auch zeigt, einen Vorgang (Temperaturveränderung vom minimalen Temperaturzustand 10° bis zum maximalen Temperaturzustand 24° am 16.08.2013).

Eine Information bedarf demzufolge immer einer Bewertung. Dies entspricht der Bewertung einer Antwort auf eine Fragestellung. Ist eine Information für einen Empfänger nicht relevant, so hat dieser keine Fragestellung oder bewertet die Antwort als unzureichend.



Publizieren auf TwitterGoogle+Facebook
 XingLinkedIn