Speicherbarkeit von Wissen und Bedeutung des verborgenen Wissens sowie Merkmale von Wissen | www.iBusiness-Intelligence.org

2.3. Speicherbarkeit von Wissen

Die Speicherbarkeit ist eine unabdingbare Voraussetzung für die computerunterstützte Verarbeitung von Wissen. Dabei geht es um die Möglichkeit der Abbildung des Wissens in Form von Daten. Dadurch lassen sich die Begriffe „Daten“ und „Wissen“ aus Sicht der Informatik in einen eindeutigen Beziehungszusammenhang bringen. (vgl. Lehner, 2012, S. 58)
Die Abbildung von Franz Lehner zeigt schematisch, welche Eigenschaftsausprägungen für die Speicherbarkeit Bedingung sind. Die Speicherbarkeit wird reduziert oder verunmöglicht durch eine Abnahme dieser Eigenschaftsausprägungen (vgl. ebd. S. 58).

Schematische Darstellung der Voraussetzungen für die Speicherbarkeit von Wissen
Abbildung 11:Schematische Darstellung der Voraussetzungen für die Speicherbarkeit von Wissen14

2.3.1. Bedeutung des implizierten oder verborgenen Wissens

Das implizite und für das Unternehmen verborgene Wissen wird oftmals nicht berücksichtigt. Dieses ist jedoch insbesondere für das Wissen zu Zusammenhängen, Interaktionen und Reaktionen innerhalb einer Organisation bedeutsam (vgl. ebd. S. 60 in Einbezug von Polanyi, 1996). Besonders das Interaktions- und Zusammenhangswissen gewinnt durch den vermehrten Einsatz von Informationstechnologien und deren Weiterentwicklung vermehr an Relevanz (vgl. ebd. S. 60).

2.3.2. Merkmale von Wissen

Im Kontext der computergestützten Speicherung und Verarbeitung von Wissen lassen sich nach Franz Lehner mehrere Merkmale von „Wissen“ angeben:

Handlungsbezug Wissen entsteht durch aktive Auseinandersetzung eines Individuums mit seiner Umwelt.
Subjektbezogenheit Wissen entsteht individuell in der spezifischen Umwelt des jeweiligen Individuums.
Kontextabhängigkeit Wissen wird erworben, aber auch aktiviert, abhängig von bestimmten Umweltsituationen.
Kulturabhängigkeit Die Struktur des Wissens und seine Bedeutung, ausgedrückt in bestimmten Begriffen, hängen von der kulturellen Umwelt bzw. den kulturell geprägten Handlungsweisen ab.
Sozialbezug Wissen entsteht in und durch soziale Beziehungen.
Modellbezug Unterscheidung zwischen Inferenzwissen und Kontrollwissen; Inferenzwissen als Wissen über einzelne Inferenzschritte und deren Wechselwirkungen; ein Teil des Inferenzwissens ist das Wissen über die Bedeutung des statischen Wissens für die Problemlösung, wodurch die Verbindung zum dynamischen Modell hergestellt wird. Das Kontrollwissen beschreibt die Folge, in der die einzelnen Inferenzschritte gesetzt werden.
Grad der Bewusstseinsfähigkeit Wissen als gespeicherte Erfahrungen ist nicht immer bewusstseinsfähig. Wir setzen es zum Teil bei der Ausführung von Handlungen ein, ohne dass uns die Verwendung von Wissen explizit bewusst wird.
Tabelle 3:Merkmale von Wissen15



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