Nutzung von Wissen und Informationen | www.iBusiness-Intelligence.org

2.5. Nutzung von Wissen und Informationen

Dass Informationen für ein Unternehmen sowie deren Steuerung zentral sind, stellte bereits Gutenberg 1971 fest. Er unterteilte dabei die produktiven Faktoren in die Elementarfaktoren und die dispositiven Faktoren. Die Elementarfaktoren gehören dabei dem Leistungsprozess und die dispositiven Faktoren dem Steuerungsprozess an. Zusammen führen sie zu der Erbringung von materiellen und immateriellen Gütern für Konsumenten. (vgl. Lehner, 2012, S. 10)

Das System produktiver Faktoren, aus Lehner, 2012, S. 10 nach Gutenberg, 1983
Abbildung 14:«Das System produktiver Faktoren»21

«Der dispositiven Arbeit rechnet er alle Tätigkeiten der Geschäftsleitung wie zum Beispiel Planung, Organisation usw. zu. Jeder einzelne Steuerungsakt aber ist seinerseits ein Prozess der Umsetzung von Informationen in Entscheidungen. Planende, orientierende und koordinierende Information ist dem Geschehen im Absatzbereich und in der Produktion in aller Regel logisch und zeitlich vorgeordnet und stellt demnach eine eigene produktive Grösse dar. Die Betriebsmittel umfassen die gesamte technische Apparatur, die in einem Unternehmen benutzt wird, um Sachgüter herzustellen oder Dienstleistungen bereitzustellen. Informationen müssen einen Wert haben, um als Betriebsmittel angesehen zu werden. Diesen Wert haben sie jedoch nur, wenn sie zumindest eine Bedeutung besitzen. Die weitere Betrachtung reduziert sich auf Daten und Wissen, da Informationen nur in Zusammenhang mit menschlicher Interpretation existierten und Betriebsmittel von menschlichen Arbeitsleistungen abgegrenzt wird.» (Lehner, 2012, S. 10).

Der dispositive Faktor, von Gutenberg als die Geschäfts- und Betriebsleistung bezeichnet, wird durch ihn in ein irrationales Element, welches letztendlich alle Entscheidungen beeinflusst, in ein rational planendes Element und in ein gestaltend- vollziehendes Element, welches die Pläne und Entscheidungen umsetzt, unterteilt (vgl. ebd. S. 11). Das Ziel dieser Elemente ist, aus allen denkbaren Kombinationen diejenigen Elemente auszuwählen, die technologisch möglich, ökonomisch sinnvoll oder bei gegebenen Zielen optimal sind. Ein bestimmtes Wissen über die Kombinationsmöglichkeiten, Kombinationsbedingungen und Kombinationsauswirkungen wird dafür vorausgesetzt. (vgl. ebd. S. 11, mit Einbezug von Mag, 1984) «Da Wissen nur durch Information entstehen kann, ist die Information für die Tätigkeit des dispositiven Faktors von essenzieller Bedeutung» (Lehner, 2012, S. 11). Auch andere Fachautoren wie Wittmann anerkennen die starke Verbindung zwischen Wissen und Information sowie Planung (Vorbereitung des Handelns) und Entscheidungen (Handlung) (vgl. ebd. S. 11 f. mit Anlehnung an Wittmann, 1969). Aus dieser Bedeutung für die Kombinationseffizienz folgert Mag, «dass die Wissens- und Informationsbeschaffung ebenso zu jeder erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit gehört wie die Beschaffung der sogenannten Elementarfaktoren.» (Mag, 1984 zitiert in ebd. S. 12).

Bereits bei einfachen Handlungen, und somit auch bei einfachen Entscheidungen, werden sehr unterschiedliche Repräsentationsformen des Wissens bzw. die verschiedenen Komponente des gespeicherten Wissens aktiviert und eingesetzt. Wissen kann darum nicht als homogene oder klar strukturierte Ganzheit betrachtet werden. (vgl. ebd. S. 57) Franz Lehner trifft daher folgende Unterscheidungen (Ebd. S. 57):«

«Die handlungsorientierte Betrachtung macht den Unterschied deutlich, der zwischen Wissen über die Ausführung einer bestimmten Handlung und der Handlung selber besteht. Handeln erfolgt als Einheit unter Einsatz kognitiver, motivationaler, emotionaler, motorischer und anderer Komponenten» (Ebd. S. 57). Für die Verdeutlichung der Unterscheidung zwischen Wissen und Können nennt Franz Lehner darum exemplarisch verschiedene Gegensatzpaaren (Ebd. S. 57):«



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