Bestimmung und Interpretation von Informationen | www.iBusiness-Intelligence.org

2.6. Bestimmung und Interpretation von Informationen

Die Nutzung des eigenen Wissens und Könnens ist massgeblich bei der Interpretation und Beurteilung einer Information. Nur durch die Kombination von Wissensbestandteilen, Informationen, kann eine neue Information interpretiert und beurteilt werden. Dafür wird auch ein Wissen über die Kombinationsmöglichkeiten, Kombinationsbedingungen und Kombinationsauswirkungen der vorhandenen Wissensbestandteile benötigt. Nur wenn das eigene Wissen mit der neuen Information kombiniert werden kann, ist es möglich, diese zu interpretieren. Die neue Information, inkl. ihrem Kontext, muss deshalb in den Kontext der gegebenen Situation gebracht werden. An Hand des folgenden Beispiels soll verdeutlicht werden, wie neue Informationen interpretiert und beurteilt werden: Eine Person, z. B. ein Entscheidungsträger, will auf Grund eines Bedürfnisses (Wissen) eine Fragestellung beantworten. Dienst stellt die Beantwortung einer Wissensanfrage dar. Für die Beantwortung der Fragestellung bzw. Anfrage benötigt die Person Wissen in Form von Daten. Zusammen mit der Fragestellung ergeben die Daten die angeforderte Information. Um die Information interpretieren und beurteilen zu können, benötigt die Person wiederum Wissen. Dieses Kontext-Wissen zur vorliegenden Information ermöglicht die Interpretation und somit auch die Beurteilung der Information (Entscheidung). Dieser abstrahierte Vorgang der Entscheidungsfindung kann auch für andere Entscheidungsvorgänge, wie z. B. der Wertbestimmung, verwendet werden.

Beziehung zwischen Daten, Information und Wissen, aus Lehner, 2012, S. 100 nach Watson, 1996, S. 29
Abbildung 15:«Beziehung zwischen Daten, Information und Wissen»22

Für eine Interpretation einer Information und somit auch einer Entscheidung braucht es demzufolge immer zusätzliche Informationen und somit Bestandteile des Wissen. Dazu kommt, dass die Interpretation sowie die danach folgende Beurteilung (Entscheidung) wiederum zu neuem Wissen führen kann. Dieses muss in Zukunft auch als (Kontext-) Wissen zur Verfügung stehen. Durch neues Wissen kann das Kontext-Wissen bei vorherigen Informationsinterpretationen beeinflusst werden, wodurch sich bestehende Zusammenhänge verändern können und somit die Interpretation und Beurteilung einer früheren Information neu überdacht werden muss.

Wird eine Information unaufgefordert empfangen, so durchläuft der Empfänger denselben Entscheidungskreislauf. Dabei besteht die Herausforderung, dass der Empfänger sich seinen Informationsbedürfnissen klar sein muss, um beurteilen zu können, ob er ein Bedürfnis (eine Anfrage) an zugestellten Daten hat, und sie somit für ihn eine Information darstellen.



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