Business Intelligence Einleitung | www.iBusiness-Intelligence.org

3. Business Intelligence

Die Nutzung der Informationstechnologie für die Steuerung eines Unternehmens und als Unterstützung der Führungskräften begann bereits mit dem Beginn der kommerziellen Nutzung der elektronischen Datenverarbeitung in den 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Durch eine  enthusiastische Technologiegläubigkeit und eines eher mechanisch ausgerichteten Organisationsverständnisses entstanden erste Ansätze, welche jedoch allesamt scheiterten. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts etablierte sich der Sammelbegriff „Managementunterstützungssysteme“ (MUS), welcher insbesondere der Amerikaner Scott Morton protagonierte und den Ansatz als «the use of computers and related information technologies to support managers» (Scott Morton, 1983, S. 5 zitiert in Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 1) definierte. Bereits damals wurde deutlich, dass die Unterstützung des Managements das gesamten Umfeld der Informations- und Kommunikationstechnologie betrifft.  (vgl. Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 1)

In den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte und etablierte sich eine neue Begrifflichkeit: Business Intelligence (BI). Dieser neue Begriff entstand primär durch Überlegungen von Gartner im Zusammenhang mit Informationstechnologien. Sie definierten ihm wiederum aus Sicht auf die Systeme und Anwendungen24. BI wurde entsprechend lange als Sammelbezeichnung für Anwendungen verstanden, was in der Praxis sowie in der Wissenschaft zu intensiven Diskussionen über eine Neuorientierung der IT-basierten Managementunterstützung führte. Die Unsicherheit im Umgang mit dem neuen Begriff „Business Intelligence“ wird u. a. von Mertens erläutert, welcher bei seinen Untersuchungen der gängigen BI-Abgrenzungen sieben unterschiedliche Varianten identifiziert: (vgl. ebd. S. 2)«

(Mertens, 2002, S. 4 zitiert in ebd. S. 3)

Wiederum wird deutlich, dass die Begriffsdefinitionen auf die verwendeten Systeme und Anwendungen bezogen sind. Jedoch sind auch Ansätze erkennbar, welche als Begriffsverständnis von Business Intelligence einen konzeptionellen Ansatz implizieren.

Eine typische Definition aus Sicht der eingesetzten Technologie liefern beispielsweise Chamoni und Gluchowski, welche in BI einen Sammelbegriff «zur Kennzeichnung von Systemen […], die auf der Basis interner Leistungs- und Abrechnungsdaten sowie externer Marktdaten in der Lage sind, das Management in seiner planenden, steuernden und koordinierenden Tätigkeit zu unterstützen» (Chamoni & Gluchowski, 2004, S. 119 zitiert in ebd. S. 3) sehen. Über eine entsprechende Strukturierung der möglichen Sichtweisen unterteilt Gluchowski Business Intelligence mit Hilfe eines zweidimensionalen Ordnungsrahmens, bei welchen eine Achse die Phasen des analytischen Datenverarbeitungsprozesses widerspiegelt (von der Bereitstellung bis zur Auswertung), und die zweite Achse den Schwerpunkt zwischen Technik und Anwendungsorientierung definiert. Auf Grund der Positionierung lassen sich dabei drei Typen des Verständnisses abgrenzen: (vgl. ebd. S. 3 f.)

Enges BI-Verständnis Umfasst wenige Kernanwendungen, die eine Entscheidungsfindung unmittelbar unterstützen. U. a.  das Online Analytical Processing (OLAP) und das Managements Information System (MIS) bzw. Executive Information Systems (EIS)
Analyseorientiertes BI- Verständnis Umfasst sämtliche Anwendungen, bei denen der Entscheider (oder der Entscheidungsvorbereiter) direkt mit den Systemen arbeiten und somit einen unmittelbaren Zugriff besitzen. Dazu gehören neben den Anwendungen des engen BI-Verständnisses auch Systeme des Text- und Data Minings, das Ad-hoc Reporting sowie Kennzahlen- und Balanced Scorecard-Systeme.
Weiteres BI. Verständnis Umfasst alle direkt und indirekt für die Entscheidungsunterstützung eingesetzten Anwendungen und beinhaltet somit neben den Auswertungs- und Präsentationsfunktionalitäten auch die Datenaufbereitung und -speicherung.
Tabelle 5:Drei Verständnisse von BI25

Unterschiedliche Facetten von Business Intelligence, aus Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 4 modizifiziert übernommen aus Gluchowski
Abbildung 14:«Unterschiedliche Facetten von Business Intelligence»26



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