Von historisch gewachsenen zur zentralen Datenversorgung - Business Intelligence Umsetzung | www.iBusiness-Intelligence.org

3.2.2. Von historisch gewachsenen zur zentralen Datenversorgung

Informationssysteme können nach der Art der unterstützten Arbeitsinhalte in operative und dispositive Systeme unterschieden werden. Diese Abgrenzung geht auf Erich Gutenberg zurück (vgl. Gutenberg, 1983, S. 3), welcher die dispositive Arbeitsleistung als Arbeit beschrieb, welche sich mit der Leitung und Lenkung von betrieblichen Vorgängen beschäftigt, während er im Gegensatz dazu der objektbezogenen Arbeitsleistung alle Tätigkeiten zuordnete, welche sich mit der Leistungserstellung, Leistungsverwertung oder mit finanziellen Aufgaben auseinander setzten. Die Daten der Systeme können deshalb in operative und dispositive Daten unterteilt werden. (vgl. Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 15 und Vorkapitel)

Historisch gewachsene Datenversorgung managementunterstützender Systeme, aus Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 17
Abbildung 31:«Historisch gewachsene Datenversorgung managementunterstützender Systeme» 43

Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts konnten managementunterstützende Systeme meist nur auf systemspezifische und somit isolierte Datenbestände zugreifen. Wie die vorgängige Abbildung veranschaulicht, wurden dafür Datenkopien und -extrakte direkt aus den verschiedenen Quellsystemen bezogen. (vgl. ebd. S. 16 f.)

«Einen Fortschritt stellt der Daten-Pool-Ansatz dar, der als direkter Vorgänger des Data-Warehouse-Konzepte angesehen werden kann [...]» (Ebd. S. 18). Dabei werden die Quelldaten in einem getrennten System gespiegelt, welches den Zugriff verschiedener managementunterstützender Systeme erlaubt. Durch diesen dezidierten Datenpool kann eine zeitliche Konsistenz der dispositiven Daten zu ihren (operativen) Quelldaten ermöglicht werden. Dazu kann die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der operativen Systeme minimiert werden, da die managementunterstützenden Systeme nicht mehr einzeln darauf zugreifen, sondern der Zugriff über den Daten-Pool geschieht, welcher zuvor die operativen Daten aus den Quellsysteme extrahiert und in den Daten-Pool kopiert hatte. Der Daten-Pool-Ansatz erlaubt jedoch keine einheitliche Sicht auf die dispositiven Daten eines Unternehmens, da die Harmonisierung und Verdichtung für die managementunterstützenden Systeme immer noch einzeln erfolgt. (vgl. ebd. S. 16 f.)

Daten-Pool-Ansatz, aus Kemper, Baars, & Mehanna, 2010, S. 18
Abbildung 32:«Daten-Pool-Ansatz»44



Publizieren auf TwitterGoogle+Facebook
 XingLinkedIn