Anwendungssysteme – Werkzeuge für die Endbenutzer - Business Intelligence Umsetzung | www.iBusiness-Intelligence.org

3.3.1. Anwendungssysteme – Werkzeuge für die Endbenutzer

Die Umsetzung eines Business Intelligence Systems ist stets abhängig vom Aufbau und von der Organisation des Unternehmens sowie von der vorhandenen IT-Infrastruktur (vgl. Gabriel, Gluchowski, & Pastwa, 2009, S. 9). Wie vorgängig bereits aufgezeigt, ist hingegen der Aufbau eines Business Intelligence Systems immer gleich und enthält die drei Kernkomponente „Quellsysteme“, „Data Warehouse“ und „Anwendungssysteme“. Die Anwendungssysteme stellen die Tools bzw. Werkzeuge für die Endbenutzer dar und werden deshalb oft als „BI-Tools“ oder „Endbenutzerwerkzeuge“ bezeichnet.

Aufbau Business Intelligence System, aus Gabriel, Gluchowski, & Pastwa, 2009, S. 10
Abbildung 40:Aufbau Business Intelligence System53

Die Endbenutzerwerkzeuge sind der Zugang zu den Daten und somit das Mittel zur Informationsgewinnung. Sie sind das Herzstück eines Business Intelligence Systems und stellen den verschiedenen Benutzern die Informationen zur Verfügung, welche in Form von Daten im Data Warehouse gespeichert sind und als Informationen aufbereitet wurden. Informationssysteme für die Unterstützung von betrieblichen Fach- und Führungskräften bei der Entscheidungsfindung müssen sich somit am Geschäft, dem Geschäftsverständnis und den Geschäftsbedürfnissen, und somit an der Sichtweise des eigenen Unternehmens orientieren (vgl. Kapitel „Das Business-IT Yin-Yang Modell“ und Gabriel, Gluchowski, & Pastwa, 2009, S. 12). Die Endbenutzerwerkzeuge sind darauf ausgelegt, dass die Nutzer gezielt und somit schnell zu den gewünschten Informationen gelangen. Dafür stehen ihnen Werkzeuge aus zwei Kategorien zur Verfügung:

Passive Analysesysteme:     Abruf- und Berichtsysteme, Portale, Dashboards
Aktive Analysesysteme:       OLAP, Wissensentdeckungsprozess (KDD) und Data Mining

Über passive Analysesysteme können vorbereitete und aufbereitete Daten, wie z. B. Kennzahlenberichte, abgerufen werden, welche die Managementebenen mittels Informationen bei der Steuerung und den damit verbundenen Entscheidungsfindungen unterstützen. Mit aktiven Analysesystemen können gezielte, individuelle Datenanalysen vorgenommen werden, um daraus neue Informationen für die Entscheidungsfindung zu erzeugen.

Passive Analysesysteme unterstützen somit die regelmässige Informationsgewinnung und Entscheidungsprozesse, während aktive Analysesystemen für die spezifische, intuitive Informationsgewinnung und Entscheidungsfindung eingesetzt werden.

Die Evolution der BI-Endbenutzerwerkzeuge wurde in den letzten Jahren insbesondere durch die Weiterentwicklung der Datenbanksysteme und den Internettechnologien geprägt. So ist es heute möglich, passive Analysesysteme dynamisch als Webportal zu gestalten. Durch die Nutzung eines Drittsystems (Browser) als Benutzeroberfläche kann die Anwenderoberfläche eines solchen Analysesystems flexibel gestaltet werden („Dynamische Dashboards“). Dazu ermöglicht die Nutzung des Browsers als Ausgabesystem die geräte- und ortsunabhängige Nutzung und die Nutzung von Systemen auf Abruf („Software as a Service“, SaaS).

Evolution der Endbenutzerwerkzeuge, aus Howson, 2008, S. 125
Abbildung 41:Evolution der Endbenutzerwerkzeuge54



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