Vom Internet der Computer zum Internet der Ding | Internet of computers > Internet of persons > Internet of Things | www.iBusiness-Intelligence.org

1.4.Vom Internet der Computer zum Internet der Dinge

Die Nutzung von einzelnen, vernetzten Geräten durch den Menschen wird heute als Internet der Computer bezeichnet. Die intensivere Nutzung des Internets wurde auch durch die neuen Möglichkeiten des Mitmachens, also der Beteiligung jedes einzelnen Menschen im Internet, ermöglicht. Dies wird oft als „Web 2.0.“ bezeichnet und führt zusammen mit dem Aufkommen des Smartphones dazu, dass das Internet der Computer vermehrt zu einem Internet der Menschen wurde (vgl. u. a. Keller, Pütz, & Siml, 2012).

In den letzten Jahren nahm die Vernetzung einzelner Geräte und Systeme entsprechend rasant zu. Während bei der Verwendung der Informationsverarbeitung in der Gruppe die Daten lokal oder in einem internen Netzwerk gespeichert wurden, ermöglichte die intensivere Nutzung des Internets und dem damit verbunden Ausbau der Übertragungsinfrastruktur die Auslagerung der Computerdaten. Dabei wurden Daten nicht mehr über ein internes Netzwerk auf einem Server gespeichert, sondern über das Internet auf einem externen Server abgelegt. So entstand der Begriff „Cloud Computung“, welcher den Servicegedanken beinhaltet und den Ansatz umschreibt, «abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch fertige Software) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen» (Wikipedia, Cloud Computing). Obwohl mit „Cloud Computung“ auch die Nutzung eines unternehmen-internes Netzwerks bezeichnet werden kann, wird der Begriff „Cloud“ vornehmlich mit dem öffentlichen Netzwerk, dem Internet, in Verbindung gebracht. Die Speicherung der Daten erfolgt in einer externen Wolke (engl. „Cloud“), auf welche orts- und zeitunabhängig zugegriffen werden kann (vgl. Abbildung 6).

Internet der Computer, aus Unbekannt, A field guide to the Internet of Things, 2012
Abbildung 6:Internet der Computer6

Neben der Auslagerung der Daten wurde auch möglich, auf einfache Weise von Geräten auf andere Geräte zuzugreifen. Wiederum spielte dabei die Weiterentwicklung vom mobilen Telefon zum Smartphone eine wichtige Rolle. Durch die Verkleinerung des PCs zu mobilen Geräten wurden diese auch zu einem geeigneten Steuerungs- und Verwaltungssystems. Damit können Nutzer auf andere Geräte eines Netzwerks zugreifen. Sei dies für den Bezug von Daten aus einem Netzwerkspeicher, wie aber auch für die Steuerung anderer Geräte, wie z. B. dem Fernsehaufnahmegerät. Dadurch wurde die Vernetzung der Computer fortgeführt, wobei für deren Verwendung und Bedienung immer noch ein Mensch benötigt wurde.

Durch die zunehmend kostengünstigere Produktion von Computerchips mit Funktechnologie können diese heute günstig in Massen produziert werden, womit deren Einsatz in den letzten Jahren rasant anstieg. Heute verfügt jedes Smartphone über einen GPS-Chip, welcher die Lokalisierung des Gerätes ermöglicht. Mittels Geotargeting können Geräte nicht nur lokalisiert, sondern basierend auf deren Lokalisierung auch Adressanten-gerechte Daten verwendet werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anzeige des Wetters bei Smartphone basierend auf dem aktuellen Standort des Gerätes bzw. des Anwenders. Durch die aufkommende Popularität der Smartphone kam es zu einem breitflächigen Einsatz von Fotokameras in den mobilen Telefonen. Damit wurde auch die Nutzung der bildlichen Darstellung für die Übertragung von Daten beliebter. Mittels der Erfassung der Realität durch eine digitale Fotokamera können die dabei entstandenen Daten der Realität mit weiteren Daten angereichert und danach verwendet werden. Diese „erweiterte Realität“ (engl. „Augmented Reality“) ermöglicht das automatische Erkennen von Objekten sowie deren Zuordnung. Eine vielversprechende Entwicklung in diesem Bereich ist zurzeit „Google Glass“. Durch die Möglichkeit, die Position eines Gerätes genau zu identifizieren, dessen Umgebung zu erfassen, automatisch zu analysieren und mit Daten zu erweitern, kam es in den letzten Jahren zu einer regelrechten Aufzeichnung und Indexierung der Welt. Die Indexierung der Realität ermöglicht die Ordnung und Organisation der Welt und deren Objekte in digitaler Form. Die zunehmende Verkleinerung und kostengünstigere Massenproduktion von Funktechnologiesystemen führt zu einer einfachen, automatischen Erfassung von Objekten bzw. Dingen. Dazu zählt insbesondere die Radio-Frequency-Technologie, welche die Identifikation sowie die Datenübertragung erlaubt. Diese Chips oder „Tags“ sind nicht nur sehr günstig geworden, sondern sind heute auch winzig und können an jedes Objekt angebracht werden (RFID- und NFC Chips).

Papierdünner und klebender RFID-Tag, aus Tuttle, 2012
Abbildung 7:Papierdünner und klebender RFID-Tag7
RFID-Tag in einer Handfläche, aus Wikipedia, Radio Frequency Identification
Abbildung 8:RFID-Tag in einer Handfläche8

Die genaue Lokalisierung und Identifikation von Objekten erlaubt auch die ferne Ansteuerung dieser Dinge. Die Objekte der Welt werden somit nicht nur miteinander verknüpft, sondern erhalten die Möglichkeit, angesteuert zu werden. Dabei war diese Interaktion bis vor kurzem noch vornehmlich den Menschen vorbehalten und entsprechend von diesen abhängig gewesen. Dies führte zu einer Steuerung der Welt und ihrer Objekte.

Die zunehmende Verkleinerung der Computer zu Chips, sowie die Weiterentwicklung deren programmierter Folgerichtigkeit bzw. „Intelligenz“, lassen Objekte je länger desto selbstständiger Daten miteinander austauschen und somit „zueinander sprechen“. Basierend auf den erhaltenen Informationen können sie selbstständig mit sich und mit der Aussenwelt interagieren und dabei sogar selbstständig Entscheidungen treffen. Dies können z. B. Pflanzen sein, die automatisch Wasser bekommen, sobald die Erde zu trocken ist, oder ein Auto, welches basierend auf den erhaltenen Daten von anderen Verkehrsteilnehmern sowie eigenen Sensoren die eigene Fahrweise selbstständig anpasst.

Objekte kommunizieren selbstständig miteinander, aus Brenner, 2013
Abbildung 9:Objekte kommunizieren selbstständig miteinander9

Dies führt also dazu, dass Objekte selbstständig „miteinander sprechen“ und dadurch ihr Verhalten und das Verhalten von anderen Objekten beeinflussen können. Die zunehmende Vernetzung der Objekte der Welt führt zu einem regen Informationsaustausch und lässt diese Dinge intelligenter werden. So wird z. B. der Wecker am Vormittag früher klingeln können, falls die Verkehrslage auf dem Arbeitsweg dies erfordert.

Die Evolution des Internets der Dinge, aus Casaleggio Associati, 2011
Abbildung 10:Die Evolution des Internets der Dinge10

Durch diese Entwicklung wird das Internet der Computer und der Menschen zu einem Internet der Dinge. Der Computer ist bereits heute in verkleinerter Form allgegenwärtig und in der Welt vernetzt (engl. „ubiquitous computing and networking”). Die Vernetzung führt zu einer globalen internet-basierten Informationsarchitektur und zur Schliessung der Lücke zwischen der physikalischen Welt und deren Abbildung in Informationssystemen („Internet der Dinge“ und „Ubiquitous computing and networking“ vgl. u. a. Chaouchi, 2010, S. 1 ff., Weber & Weber, 2010, S. 1 ff. sowie für die „Evolution des Internet der Dinge“ vgl. Casaleggio Associati, 2011).



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