Informationsmanagement und Informationstechnologiemanagement | Infomanagement, IT-Management, Informationstechnologiemanagement | www.iBusiness-Intelligence.org

1.6.Informationsmanagement und Informationstechnologiemanagement

„Was ist Informationsmanagement“ richte sich auf die Frage «„Wie bringt man die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zur richtigen Person oder an den richtigen Arbeitsplatz?“» (Lehner, 2012, S. 165). Diese Fragestellung berücksichtigt jedoch nicht die Organisationsform eines Unternehmens, daher muss sie mit der Fragestellung ergänzt werden kann (vgl. ebd. S. 166): «Wie wird in einem Unternehmen der Informationsfluss so organisiert, dass jede Organisationseinheit darauf freien Zugriff hat und die Informationen ihren Aufgabenerfordernissen oder Bedürfnissen entsprechend verwenden, speichern und transformieren kann?» (Ebd. S. 166).

Das Informationsmanagement wird also als „die Organisation und Verwaltung der Informationen in einem Unternehmen“ angesehen. Oder wie es Stahlknecht & Hasenkamp formulieren, wird Informationsmanagement mehrheitlich verstanden als «[…] die Aufgabe, den für das Unternehmen (nach Kapital und Arbeit) dritten Produktionsfaktor Information zu beschaffen und bereitzustellen […]» (Stahlknecht & Hasenkamp, 1997, S. 468, zitiert in Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 10). Durch die starke Abhängigkeit des Informationsmanagements von den Informationstechnologien kann deshalb auch das Informationsmanagement im informationsorientierten Sinn als Erweiterung oder Weiterentwicklung des Datenmanagements betrachtet werden (vgl. Lehner, 2012, S. 166). Entsprechend beschäftigt sich das Informationsmanagement «mit der Planung, Überwachung und Steuerung der Nutzung der Ressource „Information“» (Ebd. S. 166), wobei hierbei Informationen als mit Kontext angereicherte Daten zu verstehen sind (vgl. ebd. S. 166 in Anlehnung an Rehäuser & Krcmar, 1996, S. 6). Entsprechend umfangreich sind auch die Aufgaben, welche Heinrich/Lehner für das Informationsmanagement identifizieren.

Strategische Aufgaben Administrative Aufgaben Operative Aufgaben
Strategische Situationsanalyse Projektmanagement Servicemanagement
Strategische Zielplanung Personalmanagement Produktionsmanagement
Strategieentwicklung Datenmanagement Problemmanagement
Strategische Massnahmenplanung Lebenszyklusmanagement  
Strukturmanagement Vertragsmanagement  
Qualitätsmanagement Sicherheitsmanagement  
Technologiemanagement Katastrophenmanagement  
Controlling    
Revision    
Tabelle 1:«Aufgaben des Informationsmanagements»11

Als Informationstechnologiemanagement, auch IT-Management oder Informatik genannt, wird dagegen die Schaffung und die Aufrechterhaltung des Betriebs der Informationstechnologien beschrieben. Oder wie es Franz Lehner in Anlehnung an Heinrich & Lehner beschreibt: «Als Sachziel des so verstandenen Informationsmanagements kann die Schaffung und Aufrechterhaltung einer Informationsinfrastruktur zur Erfüllung der Unternehmensziele identifiziert werden, wogegen das Formalziel des Informationsmanagements in der Erhöhung der Wirtschaftlichkeit mittels der Informationsinfrastruktur zu sehen ist.» (Ebd. S. 166 in Anlehnung an Heinrich & Lehner, 2005, S. 21). Die Wurzel dieses Verständnisses von Informationsmanagement geht auf den Ansatz des „Information Ressource Managements“ nach Forest W. Horton zurück (vgl. ebd. S. 166 in Anlehnung an Horton, 1981).

Die Bedeutung des Informations- und Informationstechnologiemanagements wird u. a. auch von Jens Hanker als „Die strategische Bedeutung der Informatik für die Organisation“ formuliert (vgl. Hanker, 1990, S. 16 ff) und von Peter Mertens und Hans Wilhelm Wieczorrek wie folgt zusammengefasst: «Die Informatik generell und Informationen speziell sind mittlerweile in den meisten Branchen zumindest führenden Volkswirtschaften eine unverzichtbare, oft sogar bestimmende Komponente des Produktionsprozesses im Sinne der wertschöpfenden Kombination und Manipulation von Ressourcen.» (Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 10). Die schnellen Innovationszyklen der Informationstechnologien unterstützen deren Wichtigkeit und sind insbesondere durch deren Funktion als  Basistechnologie in Unternehmen eine tragende Rolle beim Strukturwandel (vgl. Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 7 ).



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