Digitalisierung der Gesellschaft und Wirtschaft | Agrargesellschaft > Produktionsgesellschaft > Dienstleistungsgesellschaft > Informationsgesellschaft | www.iBusiness-Intelligence.org

1.1.Digitalisierung der Gesellschaft und Wirtschaft

Gesellschaft und Wirtschaft haben verschiedene, starke Veränderungen in den letzten 300 Jahren durchlaufen. Im Laufe des 18 Jahrhundert gewann die Produktion durch die zunehmende Industrialisierung an grösserer Bedeutung. In der Landwirtschaft, davor während Jahrhunderten der grösste wirtschaftliche Sektor, konnte ab dem 17. Jh. durch die zunehmende Industrialisierung der Agrarwirtschaft eine Produktionssteigerung erzielt werden. Diese landwirtschaftliche Revolution („Agrarrevolution“, vgl. Wikipedia, Landwirtschaftliche Revolution) führte in der Folge zu einem niedrigeren Bedarf an Arbeitskräften. Die Industrialisierung der Wirtschaft, insbesondere in Europa und Nordamerika, wurde anfangs des letzten Jahrhunderts durch die Erfindung der Fliessbandfertigung (vgl. Wikipedia, Fließbandfertigung) weiter vorangetrieben. Die industrielle Fertigung von Massengütern erlaubte in vielen Branchen neue Ansätze für die Produktion und den Vertrieb von Gütern. Die Produktion und der Vertrieb von Massengütern wurde während des gesamten 19. Jh. in allen Branchen fortgesetzt: Vom ersten Selbstbedienungsladen für Lebensmittel (z. B. Migros 1948 in der Schweiz, vgl. Migros-Genossenschafts-Bund, 2013) bis hin zum Selbstbedienungsladen für Fertigmöbel (Ikea Lancierung in der Schweiz 1973, vgl. Wikipedia, IKEA - Österreich und Schweiz). Durch die zunehmende Optimierung der Produktionsabläufe wurde die bisherige humangetriebene, industrialisierte Produktion ab dem zweiten Drittel des 19. Jh. geringer. Mit der Einführung der ersten Roboter für die (Fliessband-) Fertigung verlor der Produktionssektor für die Beschäftigung in der Wirtschaft an Bedeutung.
Gleichzeitig kam die computergestützte Verarbeitung von Informationen zunehmend auf. Durch die Etablierung des PCs wurde die maschinenunterstützte Verarbeitung von Information auch für kleinere und mittlere Unternehmen erschwinglich. Folglich wurden die „traditionellen“ Dienstleistungen in allen Branchen digitalisiert und konnten als Wirtschaftssektor weiter zulegen. Von einer landwirtschaftlichen Gesellschaft bis ins 18. Jh. über die produzierende Gesellschaft entwickelten sich die Gesellschaft und die Wirtschaft über die Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft. (vgl. u. a. Mertens & Wieczorrek, 2000, S. 7 f.)

Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland, aus Mertens & Wieczorrek, 2000
Abbildung 1:«Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland»1

Die rasante Entwicklung der Informationstechnologien, insbesondere in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts, ermöglichte eine effizientere und effektivere Ausführung der Arbeiten und den dabei stattfindenden Arbeitsschritten. Durch die gleichzeitig erfolgte Digitalisierung der (Betriebs-) Daten konnten zudem Synergien in Unternehmen besser genutzt werden. Der Computer sowie dessen Vernetzung war bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends nicht mehr aus der Wirtschaft wegzudenken. Die Wirtschaft wurde nicht nur durch die Informationsverarbeitung und die aufstrebenden Informationstechnologien unterstützt, sondern zunehmend dadurch geleitet, wenn nicht gar durch sie bestimmt.



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